Von Giulia Loewe 2026 März, 19

Ein Abend für echte Gespräche: Das erste LTC Founders Dinner

Ein inspirierender Abend für unsere Community! Bei unserem Members Dinner am 28. Januar standen ehrliche Gespräche und der wertvolle Austausch von Erfahrungen im Mittelpunkt. In einer entspannten Atmosphäre haben wir offen über die Höhen und Tiefen des Gründens gesprochen und wertvolle Erfahrungen ausgetauscht.

Ende Januar fand unser erstes LTC Founders Dinner statt. Die Idee dahinter war ebenso simpel wie wertvoll: Unsere Legal Tech Colab Gründer abseits von Pitch-Decks zusammenzubringen, um bei gutem Essen wirklich ehrliche Gespräche zu führen.

Unser Ziel war es, einen „Safe Space“ zu schaffen, in dem der gegenseitige Austausch und persönliche Geschichten im Mittelpunkt stehen. Im oft hektischen Startup-Alltag zwischen Produktentwicklung und Fundraising bleibt für diese Art der Verbindung meist zu wenig Zeit.

Hard-Won Lessons: „What almost killed us“

Den inhaltlichen Auftakt machte Johannes Hussak, Mitgründer unseres Alumni Kertos. Wer eine klassische Erfolgsgeschichte erwartet hatte, wurde positiv überrascht: Unter dem Titel „I can’t tell you how to be successful – but I can tell you what almost killed us“ teilte er die kritischsten Wendepunkte auf dem Weg zur Series A.

Johannes verdeutlichte, dass es selten ein einzelner Fehler ist, der ein Startup gefährdet, sondern meist eine Kombination mehrerer Faktoren. Hier sind die zentralen Lehren, die er unserer Kohorte mit auf den Weg gab:

  1. Warte nicht darauf, dass sich das Produkt „von selbst verkauft“: Besonders Gründer mit technischem Hintergrund neigen dazu, sich in der Entwicklung zu verlieren und Sales sowie Marketing zu vernachlässigen. Ein Produkt ist erst dann fertig, wenn es verkauft wird, es wird durch den realen Verkaufsprozess und direktes Kundenfeedback überhaupt erst marktreif.
  2. Ideen sind Hypothesen, keine Ehen: Eine zu starke emotionale Bindung an die ursprüngliche Idee kann gefährlich sein. Gründer neigen oft dazu, negative Marktsignale wegzudiskutieren, statt sie als Datenpunkte zu akzeptieren. Die meisten Startups scheitern nicht, weil sie zu früh pivotieren, sondern weil sie sich zu spät trauen, den Kurs zu ändern und dabei wertvolle Runway verlieren.
  3. Wahre die Integrität deiner Roadmap: Die Versuchung ist groß, für einen einzelnen „Very Important Customer“ oder ein großes Logo die gesamte Strategie umzuwerfen. Doch wer zu viele Ausnahmen macht, verwandelt sein Produkt schleichend in eine bloße Ansammlung von Sonderwünschen. Die Erkenntnis: Der Kunde, der am meisten zahlt, ist nicht zwangsläufig derjenige, der dich am meisten über ein skalierbares Produkt lehrt.
  4. Entschlossenheit bei Personalentscheidungen: Schwierige Trennungen hinauszuzögern, ist kurzfristig menschlich, schadet dem Unternehmen aber langfristig massiv. Es untergräbt die Team-Moral, verwässert Standards und bestraft die Leistungsträger. Jedes Mal, wenn eine harte Personalentscheidung aufgeschoben wird, zahlt das Unternehmen am Ende einen hohen Preis.

Ein Abend, der nachwirkt

In den Gesprächen ging es nicht um die glamourösen Meilensteine, die man üblicherweise auf LinkedIn liest, sondern um echte Herausforderungen: Fehlentscheidungen, schwierige Investorengespräche und jene Momente, in denen man als Gründer den eigenen Weg komplett überdenken musste.

Ein großes Dankeschön an Johannes für diesen „Deep Dive“ in die Realität des Gründens und an alle Teilnehmer für den offenen Austausch. Eines ist sicher: Das war erst der Anfang, und wir freuen uns schon jetzt auf weitere Treffen dieser Art.